Museo della Città di Colonia

Durisch + Nolli · Museo della Città di Colonia
Durisch + Nolli

DREI Institutionen, EIN Gebäude
Das projektierte Gebäude setzt sich kohärent mit den hohen städtebaulichen, architektonischen und funktionalen Anforderungen der Auslobung auseinander.
Es wird eine ganzheitliche Architektur vorgeschlagen, die versucht alle Aspekte in einem einheitlichen Gesamtkonzept zu vereinen. Die große Menge an gestellten Bedingungen werden in einem artikulierten Gebäude formuliert, das eine einheitliche, regelmässige Architektur anstrebt. Durch die resultierende Eigenständigkeit fügt es sich selbstbewusst und präzise als Individuum harmonisch in den vorhandenen Stadtraum. Durch ein sorgfältig artikuliertes, starkes architektonisches Gefüge schafft das Bauvolumen auf ideale Weise präzise Bezüge zur Architektur der Stadt aufzunehmen und den Stadtraum zu allen Seiten hin eindeutig zu definieren. Ganz im Sinne Camillo Sittes strebt der Entwurf eine maximale Geschlossenheit des Stadtraumes und der vorgelagerten Plätze an, um eine Sequenz aus wohl proportionierten und gut definierten Räumen zu erlangen. Das Gebäude gliedert sich in drei strukturell autonome Gebäudeflügel, wodurch eine klare Artikulation der drei unterschiedlichen Institutionen ermöglicht wird, ohne dabei das Potential eines kompositorischen Ensembles außer Acht zu lassen. Das Gebäudensemble verfügt über eine einheitliche Fassade, ein verbindendes Dach und eine einheitliche Höhenabstufung. In einer zweiten Hierarchie sorgen leichte Differenzierungen, Unterscheidungen in den Proportionenzu identitätststifenden Merkmalen. Jede Institution verfügt über eine eigene und eindeutige Adresse, die durch die Erkennbarkeit der jeweiligen Institution als eigenständige Einheit innerhalb des homogenen Gebäudeensembles unterstrichen wird. Einerseits werden die drei Institutionen gebündelt, andererseits wird ihnen jeweils ein qualitativ hochwertiger öffentlicher Stadtraum zugewiesen, auf welchen die Einrichtungen sich beziehen und ausrichten. Das typologische Makro-Element des Portikus unterstützt die Ablesbarkeit der drei Institutionen und definiert ihre jeweiligen klar zugeschriebenen Eingänge. Jede Institution verfügt über die ganze Länge der Eingangsfassade über einen vorgelagerten zweigeschossigen Portikus, der den Nutzern und Besuchern einen attraktiven gedecketen städtischen Raum bietet.

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Gelenk & Vermittler
Der Entwurf für die Historische Mitte Köln geht von der Annahme aus, dass eine städtebauliche Verankerung nur mit einer intensiven Auseinandersetzung mit dem geschichtsträchtigen Ort erreicht werden kann. Das projektierte Gebäude nimmt daher an möglichst vielen Stellen ganz präzise Bezüge zu seiner Umgebung auf. Das Gebäude operiert nicht ausschliesslich aus dem unmittelbaren, bereits komplexen Kontext heraus, sondern nimmt ebenso großmaßstäbliche Bezüge wie die zum Rheinufer auf. Der Stadtraum wird als fliessende Verbindung in Ost-West-Richtung zum Rhein gelesen. Hier setzt das Projekt an und entwickelt das Potential eines lenkenden Verteilers, das vom öffentlichen Raum kontrolliert umspült wird. Das Gebäude wird somit nicht ausschliesslich auf den Abschluss und Auftakt des Roncalliplatzes beschränkt, sondern nutzt die Chance den vorhandenen allseitig umgebenden Stadtraum authentisch mit kleinen Korrekturen zu transformieren und zu verbessern. Es ist dem Domhotel ein starkes Gegenüber, es wertet das Römisch-Germanische Museum durch einen neuen attraktiven öffentlichen Aufenthaltsraum auf und ist räumlich inszenierte Verbindung nicht nur zum Kurt-Hackenberg Platz, sondern gar zum Rhein hin. Betrachtet man im erweiterten Situationsplan den weiträumigen Bezug mit der Architektur der Stadt, von Domplatte bis Rhein, besticht das neue Gebäudeensemble im Stadtgefüge durch seine klare Form.

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Volumetrie
Ein sowohl in der Höhenentwicklung als auch in der Baumassenverteilung fein abgestufter Baukörper fügt sich differenziert in das Gefüge des vorhandenen Stadtraumes. Durch die Abstufung der drei Gebäudeteile wird sorgsam zwischen der Höhe des zukünftig aufgestockten Domhotels auf Roncalli-Ebene, als auch mit dem am Kurt-Hackenberg-Platz befindlichen Hotel Mondials vermittelt. Der Neubau klärt bestehende Raumbezüge und schafft zugleich neue. Durch die beidseitige Abstufung der Volumina ensteht eine klare Insula, die die umliegenden Plätze verbindet. Analog zur vertikalen Abstufung auf Dachebene, fügt sich das Gebäude auf der Strassenebene ebenfalls gestuft in den städtischen Raum ein und generiert definierte Aussenräume, differenzierte Sichtachsen und Bezüge durch präzis abgestimmte Fluchtlinien zur Umgebung. Das Kurienhaus steht am Roncalliplatz, lässt die bedeutsame Sichtachse von der Via Culturalis kommend auf das Südportal der Kathedrale frei und fasst den intimen Taschenplatz „Am Hof“ räumlich. Das Kölnische Stadtmuseum stellt sich in ein direktes Vis-à-Vis zum Römisch-Germanischen Museum, ihre inhaltliche Zusammengehörigkeit wird durch gegenüberliegende Eingänge und Foyers unterstrichen. Das Studiengebäude ist zum zukünftig neu gestalteten Kurt-Hackenberg Platz ausgerichtet und fasst diesen zu einem präzisen Carré. Während das Kurienhaus der Hohen Domkirche auf den Roncalli-Platz und zum Dom ausgerichtet ist, so entsteht vor der transformierten Römergasse ein neuer öffentlicher Raum.
Die notwendige Schliessung des überdachten Durchgangs des Römisch-Germanischen Museums bietet neue Gestaltungsmöglichkeiten für das Entrée beider Museen. Ein neue hochwertige Passage kann entstehen, die Aufenthaltsqualitäten verspricht mit Programmen wie Café, Museumsshop und Foyer, die diesen öffentlichen Raum beleben. Die feine Degradierung der Südfassade zum Hof erlaubt die Artikulierung des großen Neubauvolumens zur kleinteiligen Bebauung der Altstadt mit ihren unregelmäßig großen Blockrandbebauungen bei gleichzeitiger Gestaltung des Straßenraumes mit Aufenthaltsqualiäten.

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Synergien
Der Entwurf sieht vor alle die vom Auslober vorgeschlagenen Synergieflächen zu nutzen bei gleichzeitiger Gewährleistung der Realteilbarkeit. Desweiteren werden alle Bibliotheken auf der selben Ebene angeboten und die Verwaltungen der drei Einrichtungen so angeordnet, dass sie - wenn die Einrichtungen es wünschen- direkt horizontal miteinander verbunden sein können. Durch dieses Konzept kann auch die gemeinsame Erschliessung zwischen KSM und RGM optimiert werden. Teeküchen, WC’s und die gemeinsame Nutzung von Besprechungsräumen oder kontemplativer Höfe sind grundsätzlich möglich.

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Tragwerkskonzept | Struktur
Die architektonische Intention einer auf einem orthogonalen Raster stehenden Bauwerks mit großzügigen der Kommunikation fördernden, lichtdurchfluteten Innenhöfen und einem weit gespannten Dach wird durch eine adäquate strukturelle Antwort begegnet. Das Tragwerkskonzept basierend auf einem Raster von 2.80 m nimmt insbesondere auf die standortspezifische Bodendenkmäler Rücksicht ohne dabei die wirtschaftlichen Aspekte eines Tragwerksentwurfs außer Acht zu lassen. Die Tragwerkselemente werden gebildet durch in 2.80 m respektive 5.60 m Abstand stehenden vorgefertigten Fassadenstützen, die in 11,20 m Abstand stehenden inneren Masterstützen und zusätzlich 8 lastabtragenden Erschliessungskernen, welche auch für die Erdbebensicherheit maßgebend sind. Die aus hochfesten Schleuderbeton gefertigten Innenstützen sind ebenfalls vorgefertigt angedacht und weisen einen Durchmesser von gegen 60 cm auf. Kerne und Stützen sind durch eine übergeordnete Unterzugsdecke verbunden, auf welcher die teilvorgefertigten Rippenplatten der Decken gelagert sind. Es wird großen Wert auf eine industrielle Bauweise und damit auch auf eine direkte vertikale Lastabtragung gelegt, welche trotz der großzügigen inneren Spannweiten ein wirtschaftliches Tragsystem ermöglicht. Die Krönung des Hauses bildet ein aus vorgefertigten, v-förmigen im Spannbett vorgespannten Trägern gebildetes Dach. Die Fundation ist mittels einer immissionsarmen und platzsparenden Mikropfählung angedacht, um Stützenlasten gezielt an nur bestimmten Orten in den anstehenden Baugrund abzuteufen.
Licht, Raum und Struktur sollen das zukünftige Bauwerk nachhaltig prägen. Der ökonomische Ansatz mit einer Vorfertigung große Spannweiten zu überbrücken, ermöglicht nebst Großzügigkeit der modular zu bespielenden Räume und maximierte Flexibiliät für den Nutzer eine angemessene Wirtschaftlichkeit an.

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