Rifugio Petrarca a Bolzano

Concorso 2015 - 1° Premio

AREA Architetti Associati Pauro-Fregoni · Rifugio Petrarca a Bolzano
AREA Architetti Associati Pauro-Fregoni

Drei Ziele liegen dem architektonischen Konzept zugrunde:

  • erstens muss die Form als Landschaftsmerkmal klar erkennbar sein,
  • zweitens, die bestehenden Baukörper und insbesondere die Seilbahnstation muss von den neuen Baukörpern aufgenommen und in das neue System eingebunden werden, damit die gesamte kleine Siedlung als eine Einheit erscheint,
  • drittens muss eine Form geschaffen werden, die imstande ist, dem Druck von Lawinen standzuhalten.
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AREA Architetti Associati Pauro-Fregoni

Die Tragkonstruktion wurde aus Stahlbetonwänden und -decken konzipiert. Die Entscheidung beruht auf der Notwendigkeit, schadenfrei dem dynamischen Druck von Lawinen standzuhalten.
Die Gebäudeform wurde entworfen, um den Druck auf die einzelnen Strukturelemente zu minimieren.
Das Erdgeschoss ist entlang der Strömungsrichtung der Lawine ausgerichtet, und ist stromaufwärts von dem Felssporn, an den es angebaut wurde, geschützt. Die übrigen Stockwerke sind so angeordnet, dass sie einen spitzen Winkel in Richtung Lawinenkopf (wie der Bug eines Schiffes) aufweisen, womit der Widerstand für Lawinen minimiert wird. Durch diese Anordnung steht keine Wand senkrecht zur Gleitrichtung, womit die Tragkonstruktion nur durch geringe Normalkräfte belastet wird, und die Reibungsbelastung parallel zu den starken Stahlbetonmauern verläuft.

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AREA Architetti Associati Pauro-Fregoni

Der von der Lawine erzeugte Druck ist in Bodennähe beträchtlich hoch (etwa 174 kPa im schlechtesten Fall), sinkt aber deutlich in höheren Lagen (im schlimmsten Fall bleibt der Druck bis auf eine Höhe von 5,40 m konstant, dann sinkt er deutlich bis auf 1/10 des auf Höhe 0,00 m wirkenden Drucks, wie deutlich auf Punkt 6 der Untersuchung bezüglich der Lawinengefahr dargestellt).

Da sich das 1. Obergeschoss auf Kote +4,00 m befindet und das Erdgeschoss vom Berg geschützt ist, entsteht der maximale Wirkungsgrad höchstens auf einem Bereich von ca. 1,50 m bis 2,00 m, und fällt dann drastisch ab.
Die Berechnungen der maximalen Verschiebung unter den härtesten Bedingungen zeigt, dass die Form des Baukörpers und das gewählte statische System imstande sind die äußeren Belastungen aufzunehmen, und die Verschiebung des obersten Bereiches auf wenige Millimeter zu begrenzen.

Als der am meisten beanspruchte Bereich, erweist sich der dem Berg am nächsten gelegene Teil der Erdgeschossdecke.
Sie wurde als Stahlbetonplatte geplant, welche auf 4 Wänden aufliegt. Mit dieser Lösung ergibt das Berechnungsergebnis sowohl hinsichtlich der Verschiebungen, als auch bezüglich der Belastungen positive Erträge.

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