Centro visite parco naturale Tessa a Naturno

Concorso 2015 - 1° Premio

AREA Architetti Associati Pauro-Fregoni · Centro visite parco naturale Tessa a Naturno
AREA Architetti Associati Pauro-Fregoni

Urbanistik.
Äußere Erschließung - Die sich nach Süden öffnende, durchsichtige Eingangshalle und die Überdachung des Eingangbereiches ermöglichen es, die aus Osten und Westen erfolgenden Erschließungswege aufzufangen, und ins Gebäudeinnere zu leiten, dabei fungiert die im Obergeschoss geplante großzügige Fensteröffnung als Blickfang für den von Westen ankommenden Besucher. Durch die großzügige Verglasung Richtung Osten öffnet sich das Gebäude im Erdgeschoss zum Biotop und zum Dorfzentrum.
Umfeld - Durch seine freie Form nimmt das Gebäude die bestehenden Straßenfluchten auf. Mit seiner spiralartig steigenden Form schafft der Baukörper einen harmonischen Bezug zu den naheliegenden Gebäuden: Richtung Norden, wo sich die niederen Wohnhäuser befinden, ist der Baukörper eingeschossig, Richtung Süden, wo die höheren Gebäude stehen, entwickelt sich der Baukörper auf zwei- bis drei Geschossen.

In den Außenbereichen auf der Ostseite des Wettbewerbareals ist die Anlage kleiner Biotope und Naturräume vorgesehen, die auch zur Ausstellung gehören und zur Veranschaulichung genutzt werden können. Die Wechselwirkung zwischen dem Innen- und Außenraum wird durch die großzügig verglasten Fassadenflächen im Erdgeschoss geschaffen.

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Funktionale Aspekte.
Anordnung der Funktionsbereiche und funktionale Zusammenhänge - Ziel der funktionalen Planung war zugleich die Bildung eines klaren, eindeutigen Ausstellungsweges und die weitmöglichste Flexibilität für die Ausstellungsgestaltung. Mit diesem Ziel vor Augen wurde das Foyer in direktem Kontakt zum Saal für Sonderausstellungen angeordnet, wobei die zwei Bereiche nach Bedarf eine Einheit bilden bzw. voneinander getrennt werden können.
Mit dem selben Prinzip der flexiblen Gestaltung wurde die Beziehung zwischen audiovisuellem Bereich/Vortragsraum und Ausstellungsweg behandelt: auch hier kann der Vortragsraum zum Ausstellungsweg hin offen sein, z.B. bei einer Ausstellungserweiterung oder bei einem Vortrag, oder aber verdunkelt und akustisch getrennt werden, wie z.B. bei einer Filmvorführung.
Übersichtlichkeit, Orientierung, innere Erschließung - Der Raum des Foyers mit dem Saal für Sonderausstellungen bietet einen eindeutigen Anhaltspunkt für den Besucher: hier beginnt und mündet der Ausstellungsweg, egal in welche Richtung man diesen begeht.
Der im Obergeschoss, am Wegende bzw. am Weganfang liegende, offene, aber abtrennbare Saal, bietet auf ideale Weise die Möglichkeit im Haus Kindernachmittage mit Basteln und Experimentieren zu gestalten. Dieser direkt vom Foyer erreichbare Raum, bietet die Möglichkeit, reibungslos und ohne Interferenzen, verschiedene Gruppen mit verschiedenen Tätigkeiten abwechselnd zu beschäftigen.

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Architektonische Qualität.
Gestalterische Qualität - Die von Wasser und Eis geformten oder verformten Felsen der umliegenden Berge haben zu der freien Form des Gebäudes inspiriert. Die Gebäudeform bietet zudem die ideale Abfolge der auf verschiedenen Ebenen liegenden Räume des Ausstellungsweges.
Qualität der Innenräume und der Freiflächen - Die Aneinanderreihung verschieden hoher Ebenen, das Aufsteigen, die Sichten von unten nach oben und von oben nach unten, die Überraschung bewirkenden Richtungswechsel und Rückblicke in den Innen- bzw. Außenraum, die gezielten Blicke in die Landschaft bzw. das Hervorheben der Landschaftsmerkmale und die geführte Lichteinstrahlung aus den Dachöffnungen führen in die Atmosphäre der Berg- und Tallandschaft, der Felsen und der Höhlen, der Gipfel und Wälder, des Wassers und des Lichts ein. Die Architektur selbst ist erlebte und erlebnisreiche Landschaft.

Grundkonzept der Ausstellung - Die einzelnen Bereiche der Ausstellung werden mittels Maß- und Einbaumöbel gestaltet. Die Räume erhalten durch verschiedene Lichtqualitäten und Höhen eigene, dem Thema entsprechende Atmosphären. Die im Innenraum geplanten Wegabfolgen leiten die Besucher hin zu den Fensteröffnungen, die gezielt und entsprechend dem jeweiligen Ausstellungsthema, Ausschnitte der umgebenden Landschaft bieten. Die Ausblicke offenbaren dem Besucher einen Teil der im jeweiligen Bereich ausgestellten Naturmerkmale, womit die Information durch ein spannendes Wechselspiel zwischen virtueller und realer Welt übertragen wird.

Freiraumkonzept - Von vielen Punkten des Innenraumes wird durch Blickkontakt ein starker Bezug zu den Außenräumen geschaffen. Dies gilt vor allem im Erdgeschoss, wo nicht nur die Blickrichtung sondern auch die Bewegung Richtung Außenflächen geplant wurde. Hier ist die Verbindung des Saals für Wanderausstellungen mit der außen liegenden Schaufläche möglich, womit bei Bedarf eine einzige Ausstellungsfläche gestaltet werden kann.
Eine Verbindung des Gebäudes mit der naheliegenden Grünfläche im Bereich der Auffangbecken der Wildbachverbauung, ist durch die Richtung Osten geplanten und neugestalteten Außenflächen, über die „Am-Graben“ Straße reibungslos möglich.
Der somit entstehende Weg wird im Rahmen der Neugestaltung des gesamten Areals als Erweiterung des Erlebnisparcours’ geplant und erlaubt die Organisation von Naturerlebnisinitiativen, wie z.B. Exkursionen mit Schulen in unmittelbarer Nähe des Besucherzentrums, Gewässeruntersuchungen im Außenbereich usw..

Technische und wirtschaftliche Aspekte – Klimahaus Nature
Technische Machbarkeit, Bau- und Betriebskosten. - Die gewählte Konstruktion des Gebäudes spiegelt das Ausstellungskonzept wieder: Stahlbetonkonstruktion und Fassadenverkleidung mit ortstypischen Natursteinplatten stehen für „Fels und Stein“, die innere Haut des Gebäudes in Holz steht für „Bäume und Wald“. Die Materialien sind stark beanspruchbar, großteils wartungsfrei und tragen erheblich zur Verringerung von Baufolgekosten bei.

Energieeffizienz, Haustechnik - Die Außenschicht des Gebäudes wird mit einer genau dimensionierten Außendämmung aus versehen und als zweischalige Fassade ausgebildet. Die Verglasungen entsprechen den Eigenschaften eines Klimahaus A Standards. Die Energieeffizienz der Gebäudehülle überschreitet nicht die 50 KWh/m²a, die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes überschreitet nicht den Wert von 20 kg CO2 equ/m²a. Die auf der Süd-, Ost- und Westfassade vorgesehenen großzügigen Verglasungen ermöglichen eine gute passive Nutzung der Sonnenenergie in den Wintermonaten. Systeme für die Erzeugung von erneuerbaren Energien wie Geothermie, sowie kontrollierte Lüftungsanlagen mit hohem Wärmerückgewinnungsgrad sind problemlos einsetzbar. Damit ist für das Gebäude eine eigene Energieversorgung gewährleistet und es werden problemlos die Klimahaus B- oder sogar A- Anforderungen erreicht.

Nachhaltigkeit, Umgang mit Umweltressourcen, KlimaHaus Nature - Um einen hohen Grad an Nachhaltigkeit zu gewährleisten wird das Gebäude die „KlimaHaus-Nature“ Anforderungen erreichen und dementsprechend zertifiziert werden. Besonderen Wert wird auf die Verwendung lokal verfügbarer Baustoffe sowie dem Herkunfts- bzw. dem Abbauort, der Verarbeitung und Lieferung der Baumaterialien gelegt: nicht nur der Innenausbau wird in Holz ausgebildet, sondern auch die Außenhülle wird mit Holzfaserplatten gedämmt. Geplant ist auch die Regenwassernutzung für Sanitäreinrichtungen und Bewässerung der Grünflächen. Die notwendige Anlage kann problemlos im Gebäude unsichtbar integriert werden. Eine geringe Oberflächenversiegelung wird durch Kompaktheit des Gebäudes und durch die im Bereich des Biotops geplanten großzügigen Grünflächen erreicht. Vorgesehen ist auch die Dachflächenbegrünung, die im zentralen Innenhof Vegetationsschichten bis zu 50 cm Dicke erreicht. Die Sichtbetonflächen der Decken tragen durch photokatalytischen Zement zum Schadstoffabbau der Luft bei.

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